Der Uhudler

Die Bezeichnung „Uhudler“ ist der Name für einen Wein aus Direktträgertrauben, der in den Bezirken Jennersdorf und Güssing produziert wird. Charakteristisch für den Wein sind der typische Geruch nach Wald-, Erd- und Himbeeren, sowie der Farbton, der bei rotem Uhudler von zartem Rosa bis Ziegelrot reichen kann. 

Der Begriff Uhudler geht auf zahlreiche mündliche Überlieferungen zurück. Eine in der Region weit verbreitete Legende erzählt, dass die Weinbauern nach dem übermäßigen Genuss des Uhudlers in ihren Kellern von ihren Frauen mit den Worten „Du siehst aus wie ein Uhu“ begrüßt wurden. 

Seinen Ursprung hat der Uhudler in der Zeit nach dem großen Reblausbefall, Ende des 19. Jahrhunderts. Im Laufe des 20. Jahrhunderts kam der Uhudler als angeblich gesundheitsschädlich in Verruf, was zum Verbot von Weinverschnitten mit Erzeugnissen aus Direktträgerreben (1937), zu Rodungen in den 30er Jahren und zu einem Verkehrsverbot von Direktträgerweinen (1961) führte. Als Haustrunk blieb der Uhudler weiterhin erlaubt, wurde 1985 aber endgültig verboten. Aufgrund starker Bemühungen des Vereins „Freunde des Uhudlers“ wurde der Wein 1992 wieder erlaubt und darf bis 2030 uneingeschränkt in Verkehr gebracht werden. Die Wort-Bild Marke Uhudler wurde beim österreichischen Patentamt registriert.